REVIEWS: mighty oaks, dena

Posted on März 8, 2014

1


Foto(1)

MIGHTY OAKS – howl (universal)

Drei Männer aus drei Ländern treffen sich in Berlin, machen zusammen Musik und sind plötzlich der Hype der Stunde. Introducing-Tour, ausverkaufte Konzerte, Showcases auf den wichtigsten Industriefestivals. Was nach Konstruktion und Musik für eine Parallelwelt des Hipstertums (in der außerhalb Berlins kaum jemand lebt) klingt, ist hingegen angenehm bodenständig. Folk, der momentan aufgrund des Erfolges sicher gerne mit Lumineers oder Mumford & sons verglichen wird, der aber ebenso viel mit dem Punkfolk von Leuten wie Mischief Brew, alten Against me! und David Dondero zu tun hat. Zumindest live. Auf Platte ist die Stimme dann doch etwas weniger rauh, etwas mehr poliert. Schadet den Songs aber nicht, die Instrumentierung ist reduziert, entspricht dem Live-Setup der Mighty Oaks und wer so schön unpathetisch Pathos-Texte wie „You know if I could find a way to spend my days with you, oh you know I would“  (eine Menge der Songs kommen mit solch einfachen Herzschmachttexten aus, die aber irgendwie perfekt passen) singt, der macht ganz viel richtig.  Und hat sich auch eine ganze Menge gedacht, was man zudem daran erkennen kann, dass er (es mag nur eine kleine Fußnote sein) das Album mit den Worten „and we`d howl“ startet und mit dem Song „howl“ enden lässt.  Ein ebenwürdiger Rahmen für das Songgemälde dazwischen. Und wo ich schon am Schwärmen bin: Der wunderschöne zweistimmige Gesang bei dem Refrain von „shells“ in Kombination mit „take my hand and ask me to stay“, kann der einen wirklich kalt lassen? Nein, das Ganze klingt wirklich nicht nach Hipsterhype (nur bei „courtyard in berlin“, da tritt dann doch mal die momentane Heimat vor. Das darf sie ja aber auch), sondern nach bodenständiger Musik, die jeden Erfolg dieser Welt verdient hat.

DENA – flash (k7)

Dena ist auch eine Zugezogene. Und ebenso wie bei Mighty Oaks gab es auch einen großen Hype um sie, inklusive einer Veröffentlichung auf Kitsune. Vor allem in England, wo sie momentan einem von vielen Zeitungscovern entgegen coolt. Bei uns ist die Aufregung eher begrenzt. Dabei kann Dena verdammt cool in Videos über Flohmärkte laufen, sie kann dabei cool gucken und rappen, sie hat eine coole Internetadresse und ein cooles Albumcover. Sie kann bei beiden cool aus der Popgeschichte zitieren. Was sie aber nicht kann: Dena kann nicht wirklich gut singen.

Richtig schlimm ist das nicht. Passt sogar irgendwie wunderbar zu ihrem … nunja … nicht ganz akzentfreien Englisch. Und die naiven Texte bieten mehr Substanz als man das auf dem ersten Blick erahnen mag. Dass aber die Songs immer etwas nach M.I.A. mit angezogener Handbremse klingen, nervt dann schon etwas mehr. Nicht alles ist schlecht, „you wish“ ist durchaus spannend mit seiner Mischung aus Gesang und  Sprechen, ähnelt dabei sowohl textlich als auch musikalisch alten Lily-Allen-Songs. Und wo schon so viele Referenzen genannt wurden, kommt es auf eine mehr auch nicht mehr an: Am ehesten erinnert das ganze mich an LCDMF. Doof nur, wenn man alle Referenzen dem Album von Dena vorzieht.

Werbeanzeigen
Verschlagwortet: , , ,
Posted in: beurteilt